Heizungsraum
06.01.-19.02.2017

Form, Licht und Schatten lassen die Sox Vitrine zu einem Gehäuse für eine Apparatur werden, die durch ihre Erscheinung eine Verbindung nach Außen erahnen lässt. Der Titel „Heizungsraum“ bestärkt diese Ahnung und beeinflusst die BetrachterInnen, das funktional wirkende Form-Gebilde an ein System zu koppeln, welches in seiner Gesamtheit niemals ganz erfassbar ist: Heizungsräume sind Herzstücke raumübergreifender Systeme, von denen wir abhängig sind, und die funktionieren müssen. Normalerweise werden die Räume, die eigentlich keines Einblicks würdig sind, durch eine Brandschutztür verschlossen gehalten. In Grebers Heizungsraum findet die Verbindung nach Außen nicht im Verborgenen statt. Durch ein grelles gelbes Licht an einem nüchternen Kasten werden längliche, senkrechte Halterungen beleuchtet, an denen glänzendes, in Form gegossenes Zinn haftet. Es handelt sich um das eingeschmolzene Material einer vorherigen Version der Arbeit. Der Titel „Heizungsraum“ legt eine falsche Fährte. Bringt man ihn mit der mystisch aufgeladene Vielschichtigkeit des Konstrukts aus Licht und Material in Verbindung, scheint es wie, wenn ein Gedicht von Paul Celan immer wieder durch Anweisungen einer Bauanleitung unterbrochen wird. Das strahlende Glühen dient vielleicht keiner Wärmeerzeugung mehr und ist nur noch die Ausschüttung letzter überflüssiger Energie, in deren Licht die Zinnformen Schatten an die Wand werfen.

 

 

 

BEN GREBER
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