Marlene Kargl

05:30 Uhr

Opening: 20 December 2025

21.12.25 – 06.02.26

mixed media, 2025

It is in the early blue-lit hours, before distractions and crowds reclaim the streets, that details emerge and begin to stand in for the humans, becoming the quiet protagonists of the scene. Ultraviolettes Licht beleuchtet den Raum. Licht, das im Stadtraum genutzt wird, um Schädlinge wie Mücken oder Waschbären abzuschrecken, aber auch, um es abhängigen Menschen unmöglich zu machen, sich Substanzen zu injizieren. Die Szene, unberührbar und geschützt hinter vier Wänden und einer Glasscheibe, mutet an, wie ein eben verlassener Tatort. Das Menschliche hallt in den Früchten, dem künstlichen Licht und den Materialien noch nach: Einerseits in der stilisierten Künstlichkeit der Objekte, andererseits in ihrer bloßen Existenz, die ohne menschliche, ästhetische Kategorien sinnlos und absurd erscheint. “Was ist also geschehen? Warum ist es geschehen? Und vorallem: Was ist verloren?”1 Die Arbeit greift Mark Fishers Konzept des Unheimlichen auf und fängt den Moment unmittelbar nach einem Ereignis ein. Den Moment, in dem “da nichts [mehr] ist, wo etwas sein sollte”2. In einer Szene ohne lebendige ProtagonistInnen werden Objekte, Stimmungen und Elemente zu Hauptdarstellenden und setzen sich über Kategorien hinweg, die Bewohnende des Stadtraums in Willkommene und Unwillkommene sortieren.

Text: Kaja Krebs, Marlene Kargl